19 Durch ältere Augen

Geht es um Medienerziehung und -kompetenz, dreht sich die Diskussion oft um Schulklassen mit iPads oder Kritik an Computerspielen. Weniger bewusst ist, dass ein immer größerer Teil unserer Gesellschaft den Umgang eben nicht mit der Muttermilch aufgesogen hat. Eine Stimme 65+.

Von Lisa-Maria Kretschmer

Wer zur Zeit des Zweiten Weltkriegs geboren ist, hat zweifelos ein Stück Menschheitsgeschichte miterlebt. Nachkriegsjahre, Wirtschaftsdepression, dann -wunder, Mauerfall und Wiedervereinigung. Gleichzeitig einen raschen technische Fortschritt. Ein geruhsamer Lebensabend wäre dieser Generation gegönnt. Doch wer heute nicht weiß ein Browser-Fenster zu öffnen, bleibt außen vor. Immer mehr neugierige Rentner nehmen daher die Herausforderung “Lebenslanges Lernen” an. Die Wege zum Silver Surfer-Dasein sind unterschiedlich. Oft zeigen Kinder und Enkel, wie Email, Skype und Co funktionieren.

Rita S. dagegen sitzt in der Grundschule Tempelhof hinter einem Computer, an dem normalerweise Viertklässler in die Tasten schlagen. Sie folgt aufmerksam den Anweisungen von Robert Hoeber, der das VHS-Seminar “Internet für Senior/innen” hält. Fortschritt und Technik faszinieren die 69-Jährgen seit jeher. In ihrer Kindheit begeisterte sich für Eisenbahnen, Modellflugzeuge und Bücher, Bücher, Bücher – wäre zu Jugendzeiten wohl, hätte es den Begriff damals schon gegeben, als Geekette bezeichnet worden.

 

Rita S. hat noch keine Mailadresse, aber MacBook und Internetstick. (Foto: Gregor Teggatz)

 

Heute liegt ein MacBook auf ihrem Schreibtisch. Sie erzählt von Offline-Vergangenheit und den ersten Erfahrungen in der Online-Gegenwart.

Hier kommt noch ein Video!

 

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