30 Anja Napolow

studiert zur Zeit Kulturwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Postdam.

In der aktuellen Debatte zur politischen Partizipation im Internet ist für sie vor allem wichtig: Es soll nicht nur bei facebook “klicken”, sondern auch “klick” in den Köpfen der Menschen machen. Vom “Gefällt mir” zu mehr “Ich helf´ dir.”

Wenn politische Partizipation angestrebt wird, sollte dieser Zustand zunächst im unmittelbaren Umfeld durch das eigene Handeln umgesetzt werden. In der Umsetzung dieser Handlungen nimmt der Akteur eine Vorbildfunktion ein, die beispielsweise durch eine Teilnahme an einer Petition oder an einer Demonstration zwar punktuell gegeben ist, jedoch langfristig keinen Nutzen auf der gesellschaftlichen Ebene bringt. Schon allein, dass andere die Selbstverständlichkeit, mit der eine Handlung vollzogen wird, erkennen, folgt oft ein Akt der Nachahmung. Umgekehrt kann das bewusste “anders machen” von Praktiken, die die Gesellschaft als selbstverständlich annimmt, zwar auf anfängliche Irritation stoßen, aber ebenfalls seine Nachahmer finden. Wenn ich beispielsweise Einwegverpackungen und die damit verbundene Müllproduktion anzweifle, so kann ich, um gegen die riesigen Lawine von Cafe-to-go-Bechern in den Abfallkörben an Bahnhöfen und Universitäten anzukämpfen, durch die Nutzung eines Mehrweg-Thermobechers im Kleinen diesen Prozess selbst beeinflussen. Das Beispiel lässt sich auch auf andere Bereiche der Gesellschaft anwenden. In der Summe geht es bei der politischen Partizipation für mich darum, mit eigenem Handeln Alternativen aufzuzeigen und als Multiplikator zu wirken.

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